Villnösser Brillenschaf

Andere Bezeichnungen:
Kärntner Brillenschaf, Spiegelschaf, Gurktaler, Bleiburger, Seeländer

Das Villnösser Schaf ist ein kräftiges, mittelgroßes und hornloses Schaf mit einer breiten Brust, schräg gestellter und gut bemuskelter Schulter. Der Rücken soll gespannt, breit und rund sein. Das Becken mittellang bis lang, breit und nicht zu stark abfallend. Das Euter soll gut aufgehängt, drüsig und milchreich sein.

Das Villnösser Schaf ist von den Knien bis hinter den Kopf schlichtwollig behaart. Schlichtwollig = dickere und längere Deck- und Grannenhaare stehen in einem idealen Verhältnis zu den feinen und dünneren Woll- und Flaumhaaren.

Hauptcharakteristikum des Villnösser Schafes sind die Kopfform und Kopfzeichnung. Der Kopf ist ramsnasig, vor allem stark bei Widdern. Die Behaarung geht bis zu den Hängeohren.

Es wird zwischen drei Farbschlägen unterschieden: das braune, das schwarze und das gezeichnete Villnösser Schaf.

Villnösser Brillenschaf

Das gezeichnete Villnösser Schaf:

Widder: Bei erstklassigen Widdern muss die Zeichnung schwarz oder dunkelbraun sein. Hellbraun gezeichnete Widder sind II. klassig. Widder sollen in keinem Fall sprinzig oder ausgewaschen sein. Ausschlaggebend für die Farbzeichnung ist die Farbe der Ohren. Zum Beispiel: sind die Ohren schwarz gefärbt und die Brille braun so bezeichnet man das trotzdem als schwarze Zeichnung.

Um bei der Erstkörung die 1. Klasse zu erreichen, dürfen Widder keine Flecken am Kopf haben. Sind kleine Flecken am Kopf dann ist das Tier II. klassig. Die Flecken an den Ohren sind separat zu bewerten. Haben Widder Flecken auf den Ohren oder ausgewaschen oder grundsätzlich schwache Zeichnung, auch schwache Brille, sind diese zu kören, aber werden nicht erstklassig. Nur Widder mit einer sauberen Oberlippe werden erstklassig.

Ohren: Gewünscht sind beidseitig mindestens 1/3 der Ohrlänge schwarz gezeichnete Ohren; jedoch soll die Zeichnung nicht mehr als 2/3 der Länge ausmachen. Es wird nur die Außenseite der Ohren beurteilt.

Augen: ein Herdebuchtier muß eine klar abgegrenzte Farbpigmentierung um die Augen haben, sogenannte Brille. Schwache Brillenzeichnungen gehen bei Schafen und Widdern gut.

Maul: Der Bereich um das Maul kann gezeichnet sein, darf aber nicht mit der Brille zusammenwachsen. Eine Pigmentierung (schwarze Flecken) an der Unterlippe oder keine Pigmentierung werden gleichwertig beurteilt. Ein Widder der Bewertungsklasse I. darf keine Pigmentierung auf der Oberlippe haben. Wenn der Maulwinkel bis zu einem 1/3 der Oberlippe pigmentiert ist, so ist das noch erlaubt (= II. klassig).

Fuß: gewünscht sind rein weiße Füße. Bei der Erstkörung bis zum Alter von 18 Monaten müssen die Füße rein weiß sein. Bei älteren Tieren werden Flecken geduldet.

 

Ansonsten muss das Vlies bei Widdern einheitlich weiß sein, auch Bauchseite, Hodensack usw. Bei jungen Tieren muss der „Brunzer“, weiß sein, wenn er später Pigmente bekommt so ist das geduldet. Die Kommission dreht bei der Körung kein Schaf mehr auf den Rücken; es unterliegt in der Verantwortung des Züchters keine Tiere aufzutreiben, die einen pigmentierten Bauch oder Brunzer haben. Bei älteren Tieren gilt ein pigmentierter Brunzer als normal.

 

Hornansatz: Das Villnösser Schaf ist ein hornloses Tier.

Was versteht man unter Hornansatz:

>> wenn man mit der Hand über die Kopfdecke des Tiere streicht und eine Erhebung/Horn spürbar ist, dann spricht man von Hornansatz und dieses Tier wird ausgeschlossen.

>> Sind hingegen kleinere Verhornungen im Hornkanal spürbar, dann sind diese erlaubt und das Tier kann auch I. klassig werden.

 

Zähne: Bei der Erstkörung bis zu 18 Monate müssen die Zähne passen. Ist das Tier gerade beim Zahnwechsel, dann kann die Kommission das Tier zurückstellen.

 

Kopfform: die typische Kopfform (stark geramste Nase) muss in der Beurteilung mehr berücksichtigt werden

 

Weibliche Schafe: Die Zeichnung darf bei weiblichen Schafen von schwarz bis hellbraun sein. Schafe dürfen sprinzig sein; Schafe dürfen bis zu 3 dunklen Flecken in der Größe von 2 Euro Münzen haben.

Bei weiblichen Tieren wird die Kopfzeichnung als Einheit beurteilt, d.h. Tiere ohne Zeichnung an den Ohren, müssen mindesten eine schöne Brille haben, bzw. Tiere mit einer nur schwachen Augenpigmentierung müssen korrekt gezeichnete Ohren haben.

Die Zeichnung darf bei weiblichen Tieren auch gesprinzt sein. Die einzelnen Farbfelder wie Maul, Brille dürfen jedoch nicht zusammenhängen.

Fuß: von der Klaue bis zum Knie darf der Fuß sprinzig sein, es muß jedoch die weiße Farbe überwiegen. Einheitlich weiße Füße werden besser bewertet.

Vlies: gewünscht wird ein einheitlich weißes Vlies. Es werden einzelne ( max. 3 ) Farbflecken geduldet, wenn sie zusammen nicht mehr als 3 cm Durchmesser ergeben.

Pigmentierung am Euter und Umgebung ist erlaubt.

Grundsätzlich sollen rahmige, massige Tiere auch aufgenommen werden, wenn die Farbzeichnung nicht ganz korrekt ist. Dabei Abzüge in der TYP Note.

 

  1. Braunes und Schwarzes Villnösser Schaf

 

Bei Widdern muss das Vlies einheitlich braun oder schwarz sein. Tiere mit einem weißen Fleck auf dem Kopf bis zu einer Größe von einem Tennisball oder einem weißen Schwanz sind noch erstklassig. Ist der Fleck größer, so ist das ein Ausschlussfehler.

 

Bei weiblichen Tieren sind weiße Flecken am Kopf und Schwanz erlaubt.

Bei der Beurteilung dieser Linie muß vor allem der Körperbau, die Kopfform und die Ohrenform bewertet werden. Bei Ausstellungen müssen die verschieden Farbschläge in getrennten Farbschlägen ausgestellt werden.

 

Der Züchter muss bei der Herdebucheintragung die Farbe angeben. Bei Ausstellungen bilden diese Tiere eine eigene Kategorie.

 

Herkunft:

Es entstand aus der Kreuzung der alten Landschläge mit Bergamasker- und Paduaner Seidenschaf. Erstmalige Erwähnung als “Seeländerschaf” 1844.

Zu Beginn des 20.Jh. die noch am meisten verbreitetste Rasse in Österreich, danach Rückgang durch Versrängungskreuzung mit Bergamaskerwiddern.

Zuchtziel:

Beim Villnösser Brillenschaf ist eine einheitliche Farbzeichnung ausschlaggebend.

GEWICHT NACH EINEM JAHR GEWICHT WOLLGEWICHT
Schaf 60 kg
Widder 50 kg 65 kg
Lamm 1,6 – 2,0 kg

Brunstzyklus: asaisonal
Erstlammalter: 18 Monate
Wollfarbe: weiß
Wolltyp: Mischwolle
Wolllänge: 7 cm
Schur: 2 mal pro Jahr

Rassenbeschreibung Villnösser Schaf